
Wirtschaftswachstum in Ungarn: Neue BIP-Daten veröffentlicht

Ungarns BIP wächst im dritten Quartal um 0,9 %
Das ungarische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,9 % gestiegen. Das Statistische Zentralamt (KSH) teilte mit, dass die Wirtschaft im Jahresvergleich um 0,4 Prozent geschrumpft sei, basierend auf unbereinigten Daten. Saison- und kalenderbereinigte Daten zeigen einen Rückgang um jährlich 0,3 Prozent.
Von Januar bis September sank das BIP im Jahresvergleich um 1,2 Prozent. Wirtschaftsminister Martin Nagy erklärte, dass die Wiederherstellung des Wirtschaftswachstums nach der Eindämmung der Inflation nun die nächste große Aufgabe sei.
Das Ministerium verkündete, dass die Wirtschaft im dritten Quartal wieder zu wachsen begonnen habe und Ungarn damit die meisten anderen EU-Mitgliedstaaten übertreffe. Nagy machte den Krieg in der Ukraine, die damit verbundenen Sanktionen und die „Profitgier multinationaler Konzerne“ für den wirtschaftlichen Schaden verantwortlich.
Er betonte, dass obwohl das vierteljährliche Wachstum positiv sei, die Wirtschaft im Jahresvergleich geschrumpft sei. Die Regierung habe also noch viel Arbeit vor sich. Nagy verwies auf staatlich geförderte gezielte Kredite im Rahmen verschiedener Programme im Wert von bis zu 1,5 Prozent des BIP sowie auf das Factory Rescue-Programm, das Unternehmen subventioniert und von ungünstigen Energieverträgen befreit.
Er erwartet eine Belebung der Verbrauchernachfrage und prognostiziert einen Anstieg der Reallöhne ab September, mit einem Anstieg von 4 bis 5 Prozent im nächsten Jahr. Die Gespräche über den Mindestlohn im nächsten Jahr werden diese Woche fortgesetzt, mit möglichen Erhöhungen schon im Dezember dieses Jahres.
Nagy sieht die hohen Zinssätze als Hindernis für die Erholung des Wachstums, da der Leitzins der Zentralbank über der Inflation liegt. Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung hat einen 10-Punkte-Vorschlag ausgearbeitet, um die Beschäftigung und das BIP weiter zu steigern. Das Ziel ist, dass das verarbeitende Gewerbe bis 2030 30 Prozent des BIP ausmacht und der Logistiksektor 10 Prozent.
Bis dahin werde Ungarn 90 Prozent des EU-Entwicklungsniveaus erreicht haben, versichert Nagy.






