
Ungarn als Knotenpunkt im europäischen Logistiknetz

Ungarn: Auf dem Weg zum Sammel- und Vertriebszentrum im europäischen Logistiknetzwerk
Während der Bahngütertransport mit erheblichen Kostenerhöhungen und Rentabilitätsproblemen zu kämpfen hatte, erzielte der intermodale Transport im Jahr 2024 ein herausragendes Wachstum von 122 Prozent, wie die Vereinigung der ungarischen Logistikzentren (MTI) am Montag mitteilte. Die Entwicklungen positionieren Ungarn zunehmend als ein zentrales Sammel- und Vertriebszentrum innerhalb des europäischen Logistiknetzwerks.
Kostendruck im Bahngütertransport
Laut Berichten der Vereinigung stiegen die spezifischen Kosten der Bahngüterunternehmen im letzten Quartal 2024 um 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die spezifischen Einnahmen lediglich um 2,2 Prozent zulegten. Dieser signifikante Unterschied führte zu einem spürbaren Rückgang der Rentabilität, den der Sektor nicht durch Gebührenanpassungen ausgleichen konnte.
Die Hauptursachen für die Kostenerhöhung sind hohe Betriebskosten, steigende Kosten für Autoinspektionen und Zugangsgebühren sowie Wechselkurschwankungen im internationalen Transport.
Intermodaler Transport im Aufschwung
Im Gegensatz dazu zeigte der intermodale Transport im Jahr 2024 ein bemerkenswertes Wachstum. Vor allem der Verkehr an intermodalen Terminals in Ungarn stieg gegenüber 2023, was in einer von Stagnation geprägten europäischen Landschaft eine herausragende Leistung darstellt. Dieses Wachstum hat Ungarn in die Lage versetzt, zum ersten Mal als Sammel- und Vertriebszentrum im europäischen intermodalen Transportnetz zu agieren.
Die Anzahl der geladenen Container nahm um 33,8 Prozent zu, während der Halbtrieb-Schienenverkehr um 21,3 Prozent wuchs. Diese Zuwächse sind teilweise auf kampagnenbedingte Lieferungen für den Fabrikbau und neue Verkehrsverbindungen nach Nordserbien und Westrumänien zurückzuführen.
Zukunftsperspektiven und Herausforderungen
Das Wachstum wurde durch positive Effekte der Übertragung des Semi-Trailer-Straßenverkehrs auf die Schiene und die Schaffung neuer ländlicher Terminals gefördert. Dennoch wurde sowohl der Schienen- als auch der intermodale Transport im Jahr 2024 durch Bahnbauarbeiten erheblich behindert, was zu signifikanten Verkehrsbehinderungen führte.
In seiner Stellungnahme betonte Károly Zsolt Philippines, Präsident der Vereinigung, dass die größte Herausforderung für den ungarischen Schienen- und intermodalen Transport die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit sowie die Bewältigung der Herausforderungen im Bereich Infrastruktur darstellt. Er rief zu einer verbesserten Koordination von Eisenbahnbauarbeiten und der Minimierung von Gleisschließungen auf.
Schlussfolgerung
Die Entwicklungen im intermodalen Transport und die Herausforderungen im Bahngütertransport spiegeln die dynamische Lage der ungarischen Logistikbranche wider. Mit strategischen Maßnahmen und einer gezielten Verbesserung der Infrastruktur kann Ungarn seine Position im europäischen Logistiknetzwerk weiter festigen und ausbauen.






