
Ungarischer Minister fordert niedrigen Jahreszins für Eigenheimdarlehen

Der ungarische Wirtschaftsminister Márton Nagy hat bei einem Treffen mit Vertretern des Ungarischen Bankenverbands die Kreditgeber um Unterstützung bei der Einführung von Arbeitnehmerkrediten und der Senkung der Hypothekenzinsen gebeten, wie sein Ministerium in einer Erklärung mitteilte.
Nagy forderte die Kreditgeber auf, sich angemessen auf die Einführung von Arbeitnehmerkrediten vorzubereiten, die für Arbeiter im Alter zwischen 17 und 22 Jahren angeboten werden sollen. Außerdem forderte er die Banken auf, den effektiven Jahreszins für Eigenheimdarlehen unter 5 Prozent zu halten.
Um eine Regierungsmaßnahme zur Steuerbefreiung von Trinkgeldern umsetzen zu können, bat Nagy die Banken, die erforderlichen technischen Änderungen vorzunehmen, um es den Kunden zu ermöglichen, Trinkgelder an POS-Terminals separat zu geben.
Des Weiteren forderte er die Banken auf, die SZEP-Gutscheinkarten der Ungarn zu digitalisieren, um Zahlungen per Mobiltelefon zu ermöglichen und das Ausgeben des fast 100 Milliarden HUF auf dem SZEP-Guthaben zu erleichtern.
Nagy setzte den Kreditgebern eine Frist von zwei Monaten, um darüber zu berichten, wie und wann sie den Forderungen nachkommen würden. Im Rahmen des Treffens wurde auch die wirtschaftliche Lage erörtert. Die Banken erklärten, dass sie durch eine Ausweitung der Kreditvergabe zur Wiederbelebung der Wirtschaft beitragen wollten.
Der Minister äußerte die Einschätzung, dass Ungarns BIP-Wachstum bis zum Jahr 2025 je nach Entwicklung der deutschen Wirtschaft drei bis fünf Prozent betragen könnte. Er betonte, dass die Gespräche „konstruktiv“ verliefen.
In einer weiteren Studie des ungarischen IKT-Verbands IVSZ und des Think Tanks „Ende des Jahrhunderts“ wurde festgestellt, dass die digitale Wirtschaft 18 Prozent der Bruttowertschöpfung Ungarns ausmacht. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche liegt bei 935.000, davon 253.000 direkt und 682.000 indirekt.
Staatssekretär Richárd Szabados betonte, dass die Studie einen starken Anstieg der Beschäftigung in der digitalen Wirtschaft zeige, die nun fast ein Fünftel aller berufstätigen Ungarn beschäftige. Er betonte die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit zwischen der Branche und der Regierung, da jeder investierte Forint in die digitale Wirtschaft eine vielfache Rendite bringe.
Die Studie prognostiziert, dass der Anteil der digitalen Wirtschaft an der Bruttowertschöpfung bis 2030 organisch auf 21,8 Prozent steigen könnte. Durch technologiegetriebene Entwicklung könnte dieser Anteil sogar 23,3 Prozent erreichen.






