
Über 900 Artefakte der Alten Kriegerelite in Ungarn entdeckt

Archäologische Entdeckungen am Somló-Hügel in Ungarn
Archäologen in Ungarn haben mehr als 900 Artefakte aus der Bronze- und Eisenzeit am Somló-Hügel ausgegraben, einer markanten Vulkanformation im Westen Ungarns, die heute vor allem für ihre Weinberge bekannt ist. Dank der Unterstützung von Metalldetektoristen und der Anwendung fortschrittlicher Vermessungsmethoden wie Lidar wurde eine geheimnisvolle Gesellschaft entdeckt, die zwischen 1400 und 900 v. Chr. in einer wenig verstandenen Übergangszeit zwischen der späten Bronzezeit und der frühen Eisenzeit florierte.
Die Funde umfassen Schmuck, Waffen, militärische Dekorationen und Werkzeuge, die in mindestens sechs verschiedenen Horten vergraben wurden. Dies deutet auf rituelle oder symbolische Praktiken der Metallablagerung hin. Viele Artefakte wurden von einem Plateau an der südöstlichen Seite des Hügels geborgen, und die Forscher glauben, dass diese Gegenstände wahrscheinlich Elite-Krieger-Clans gehörten, die vor über 3.000 Jahren über das Gebiet herrschten.
Somló: Ein historischer Schatz
Obwohl Somló heute ein Synonym für Weinproduktion ist, ist seine archäologische Bedeutung seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Damals deckten Landwirte und Winzer zufällig alte Objekte auf. Laut Bence Soós, einem Archäologen am ungarischen Nationalmuseum, deuten diese frühen Funde auf eine lange Geschichte menschlicher Aktivitäten auf dem Hügel hin, insbesondere zwischen dem 13. und 6. Jahrhundert v. Chr.
Um die historischen Lücken zu füllen, starteten Soós und sein Team eine systematische Ausgrabung und Vermessung, die Metall- und Lidar-Scannen kombinierte. Ihr Ziel ist es, mehr darüber zu erfahren, wer auf Somló lebte und welche Rolle der Hügel in der antiken ungarischen Vorgeschichte spielte.
Eine geheimnisvolle Gesellschaft
Laut einer veröffentlichten Studie stammen die meisten der neu entdeckten Artefakte aus der Zeit von 1080 bis 900 v. Chr. Die verschiedenen Materialien deuten auf eine komplexe Gesellschaft hin, die sich mit Handwerkskunst, Handel und symbolischen Praktiken beschäftigte.
Zu den bemerkenswertesten Funden gehört "Hort V", das erste bekannte Beispiel westernungarischer Metallgegenstände, die in einem Keramikgefäß aufbewahrt und absichtlich vergraben wurden. Dies stellt einen bedeutenden Beweis für eine lokale Tradition des Metallhortens dar, die möglicherweise religiöse oder soziale Bedeutung hatte.
Obwohl die Forscher noch keinen direkten Nachweis einer Metallbearbeitungsstätte gefunden haben, deuten viele der Artefakte darauf hin, dass sie lokal produziert wurden. Auch die Anwesenheit architektonischer Überreste weist auf eine dauerhafte oder semi-permanente Siedlung hin, möglicherweise in Verbindung mit einer herrschenden Elite.
Wer waren sie?
Trotz der zahlreichen Funde bleibt die Identität der Menschen, die in dieser Zeit in West-Ungarn lebten, ungewiss. Der Region fehlen klare kulturelle oder ethnische Merkmale aus dieser Epoche, was die Zuordnung der Funde zu bekannten Gruppen erschwert.
Dennoch stützen der Umfang und der Reichtum der Somló-Artefakte, insbesondere die aufwändigen Bestattungsgüter, die in monumentalen Gräbern in der Nähe gefunden wurden, die Theorie, dass der Hügel ein Machtzentrum für stamm- oder clanbasierte Gesellschaften war, die von hochrangigen Kriegereliten geleitet wurden.
Soós und sein Team hoffen, dass die fortlaufenden Ausgrabungen die Chronologie und sozialen Strukturen dieser alten Gemeinschaften klären und ein wenig bekanntes Kapitel der mitteleuropäischen Vorgeschichte aufdecken werden.
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