
Studie bestätigt anhaltende Erwärmung des Plattensees über letzten zwei Jahrzehnte

Die Durchschnittstemperatur des Plattensees steigt laut Satellitenbildern und lokalen Messungen in den letzten 20 Jahren um 0,7 °C pro Jahrzehnt. Experten des HUN-REN Balaton Limnological Research Institute prognostizieren eine ähnliche Erwärmungsrate in den kommenden Jahrzehnten, wobei die Entwicklung des Sees diesen Trend verstärken wird.
Flache Seen wie der Plattensee sind stärker vom Klimawandel betroffen, da sie sich schneller erwärmen und abkühlen als tiefere Seen und ihr Wasserhaushalt empfindlicher ist. Die Verdunstung aufgrund höherer Temperaturen führt dazu, dass der Wasserspiegel sinken kann. Besonders im westlichen Keszthely-Becken war der Temperaturanstieg am stärksten, mit einem Anstieg von 1,8 °C zwischen 2000 und 2024.
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass der flache westliche Teil des Sees vor allem im Frühling und Sommer wärmer wird, während der tiefere östliche Teil im Herbst und Winter stärker erwärmt wird. Die Wissenschaftler arbeiten bereits an einer längeren Studie über mehrere Jahrzehnte, um genaue Vorhersagen über die Temperaturentwicklung des Plattensees zu treffen.
Die zunehmende Urbanisierung und die Errichtung von Häfen um den Plattensee herum können zwar die Wassertemperatur nicht automatisch beeinflussen, aber die städtischen Gebiete können das Wasser erwärmen. Dies wird durch aktuelle Forschungsergebnisse unterstützt, die darauf hinweisen, dass menschliche Aktivitäten die Temperaturen ebenfalls erhöhen können.
Experten warnen vor den Auswirkungen des Klimawandels auf das Ökosystem des Plattensees, da milde Winter und heiße Sommer günstige Bedingungen für nichtheimische Arten schaffen könnten, die einheimische Arten verdrängen könnten. Eine Anpassung der Umwelt- und Tourismusstrategien ist daher dringend erforderlich, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf den Plattensee zu minimieren.






