
Schwere Vorwürfe: Ungarischer Experte warnt vor Virus durch Gastarbeiter

Experten warnen vor Korrelation zwischen Gastarbeitern und Fuß-und-Mund-Krankheit in Ungarn
György Raskó, ein ungarischer Agrarökonom, hat in jüngsten Äußerungen eine alarmierende Verbindung zwischen der Nationalität der Beschäftigten in Milchviehbetrieben und den Ausbrüchen von Fuß-und-Mund-Krankheiten (FMD) in Ungarn hergestellt. Er berichtet, dass die Anzahl der indischen und Sikh-Gastarbeiter in diesen Betrieben aufgrund des bestehenden Arbeitsmangels auf bis zu 600 ansteigen könnte. Raskó betont, dass diese Arbeiter das Virus nicht absichtlich verbreitet hätten.
Ungarische Landwirte weniger interessiert an Viehzucht
Bei seinen Beobachtungen stellt Raskó fest, dass die Mehrheit der Arbeiter in ungarischen Milchviehbetrieben aus den Philippinen und Indien stammt und ihre Zahl kontinuierlich wächst. Ein Vorteil indischer Gastarbeiter sei ihre kulturell bedingte Wertschätzung für die artgerechte Behandlung von Milchkühen.
„Diese Beschäftigten sind seit rund 20 Jahren in der Branche aktiv“, erklärt Raskó. „Asiatische Arbeiter gelten als vertrauenswürdig und fleißig, was besonders wichtig ist, da das Melken rund um die Uhr erfolgt und Pünktlichkeit unerlässlich ist. Ihre religiösen Grundüberzeugungen fördern zudem die Mitverantwortung für die Tiere.“
Möglicher Ursprung des Virus
Raskó hebt hervor, dass die Korrelation zwischen der Nationalität der Mitarbeiter und den FMD-Ausbrüchen signifikant ist. In vielen Fällen, in denen FMD in Ungarn auftrat, waren Sikh-Arbeiter in den betroffenen Betrieben beschäftigt. Ausländische Angestellte wechseln in der Regel alle sechs Monate, was das Risiko einer Virusübertragung erhöhen könnte.
Die letzten Ausbrüche von FMD führten zum Schlachten von Tausenden von Rindern, was den Sektor in eine schwere Krise stürzte. Landwirtschaftsexperten schätzen den Schaden auf etwa zehn Milliarden Forint.
Wurden Gesundheitschecks vernachlässigt?
Raskó argumentiert, dass viele Milchbetriebe keine Gesundheitsprotokolle wie in der Schweine- oder Geflügelhaltung aufweisen. Gastarbeiter unterliegen bislang keinen Gesundheitsbewertungssystemen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Krankheiten unentdeckt bleiben. Insbesondere in Anbetracht der großen Anzahl indischer und anderer asiatischer Arbeiter in ungarischen Milchbetrieben sei dies ein ernstes Problem.
Finanzielle Auswirkungen
Die ungarischen Behörden haben bereits über 10.000 Rinder, vorwiegend Holstein-Friesian, aufgrund von FMD schlachten müssen. Der Verlust wird auf mindestens 10 Milliarden Forint (ca. 25 Millionen EUR) geschätzt. Die stillgelegte Produktion dieser Tiere verursacht noch mehr Schaden, da sie nie wieder Milch produzieren werden.
Mutmaßliche absichtliche Virusübertragung?
Zsombor Wagenhoffer, Leiter der Ungarischen Tierzüchtervereinigung, äußert Bedenken hinsichtlich der Möglichkeit, dass das Virus absichtlich eingeführt wurde. Diese Theorie wurde bereits von Landwirtschaftsminister István Nagy in Frage gestellt. Wagenhoffer berichtet, dass über 9.000 Rinder und 7.300 Schweine aufgrund der Krankheiten geopfert werden mussten.
Fazit
Die Situation in der ungarischen Milchindustrie wirft Fragen zu den Gesundheitsstandards und dem Umgang mit ausländischen Arbeitskräften auf. Eine sorgfältige Überprüfung der Sicherheitsprotokolle sowie regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen könnten entscheidend sein, um ähnliche Krisen in Zukunft zu verhindern. Während die Behörden die Einschränkungen bis Ende Mai 2025 aufrechterhalten, bleibt abzuwarten, ob und welche Maßnahmen eingeleitet werden, um die Branche zu stabilisieren.