
Mongolei: Reduzierung der Handelslücken und Erschließung des Exportpotenzials

Die Mongolei steht als Binnenstaat vor verschiedenen Herausforderungen im Handel und Export. Der Export des Landes ist größtenteils von Bodenschätzen abhängig und hauptsächlich Rohstoffe. Dennoch sieht die Mongolei enorme Chancen, das Handels- und Exportpotenzial durch Wertschöpfung und die Nutzung der Fortschritte in der Digitalisierung auszuschöpfen. Dadurch soll die wirtschaftliche Diversifizierung gefördert und die Abhängigkeit vom Mineraliensektor verringert werden.
Trotz der Auswirkungen der Russland-Ukraine-Krise und der COVID-19-Pandemie zeigt die mongolische Wirtschaft im Jahr 2022 Anzeichen einer Erholung. Der Handelsumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent und das Wirtschaftswachstum betrug 4,8 Prozent. Diese Erholung ist jedoch auf den Handel mit Mineralien und China zurückzuführen. Über 90 Prozent der Exportgüter der Mongolei sind Mineralien und China macht mehr als 80 Prozent des Gesamtexports aus. Diese engstirnige Handelsstruktur macht die mongolische Wirtschaft anfällig für externe Schocks.
Darüber hinaus leidet die Mongolei aufgrund ihrer geografischen Lage als Binnenland unter höheren Kosten und längeren Transport- und Handelslogistikzeiten. Die Mongolei hat mit verschiedenen Handelsherausforderungen zu kämpfen und schneidet trotz ihres großen Handelspotenzials auf dem Weltmarkt schlechter ab.
Laut der UN Global Survey on Digital and Sustainable Trade Facilitation 2021 liegt die Mongolei weit unter dem regionalen und globalen Durchschnitt im asiatisch-pazifischen Raum. Die Mongolei ist zwar Mitglied der WTO, aber nur Vertragspartei von zwei regionalen Handelsabkommen – dem Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit Japan und dem Asien-Pazifik-Handelsabkommen (APTA).
Die Handels- und Logistikanbindung der Mongolei ist erheblich eingeschränkt. Laut dem Logistics Performance Index der Weltbank belegt die Mongolei weltweit den 97. Platz. Im UNCTAD-Index der produktiven Kapazitäten belegt die Mongolei weltweit den 94. Platz.
Angesichts der begrenzten Binnenmarktbasis und der enormen natürlichen Ressourcen der Mongolei ist handelsgestütztes Wirtschaftswachstum ein offensichtlicher Ausweg. Die Mongolei sollte einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, um ihre Handelskapazitäten in den vier Dimensionen des Handels zu verbessern. Dazu gehören die Erleichterung optimierter Verfahren, die Integration in den Weltmarkt, die Verbindung von physischen und digitalen Netzwerken und die Förderung des Exports, um Investitionen anzuziehen und die Industrie zu diversifizieren.
Durch diesen ganzheitlichen Ansatz kann die Mongolei ihre Herausforderungen bewältigen und ihr ungenutztes Potenzial effektiv nutzen. Dabei ist es wichtig, politische Rahmenbedingungen zu schaffen, menschliche und finanzielle Ressourcen bereitzustellen, die Infrastruktur zu verbessern, die Digitalisierung voranzutreiben und die Zusammenarbeit mit Handelspartnern zu stärken.
Der Handel spielt eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) und unterstützt die strategischen Prioritäten für grünes, integratives und nachhaltiges Wachstum in der Mongolei. Die Vereinten Nationen in der Mongolei engagieren sich dafür, die Regierung bei der Schließung von Handelslücken zu unterstützen und ein nachhaltiges Handelsökosystem zu schaffen.
Im Jahr 2023 haben die Vereinten Nationen bereits eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Handelsentwicklung in der Mongolei voranzutreiben. Dazu gehören der Global Digital Dialogue 2023, der sich auf Handel und E-Commerce konzentriert, die Veröffentlichung des eT Ready-Berichts zur Verbesserung des E-Commerce-Umfelds, die ICT Expo 2023: Mindgolia zur Förderung einer geistesgesteuerten Wirtschaft und das World Export Development Forum (WEDF) 2023 zur Unterstützung des ungenutzten Exportpotenzials.
Die Vereinten Nationen werden als starker Partner auf dem Weg zur Handelsentwicklung der Mongolei fungieren und eng mit relevanten Interessengruppen und Hauptakteuren zusammenarbeiten, um die Effizienz des Handels kontinuierlich zu verbessern und gleichzeitig die Exportmärkte und Produkte der Mongolei zu diversifizieren.






