
Mit FIDESZ weg, nimmt Manfred Weber einen weiteren konservativen Gegner ins Visier.

Manfred Weber, der Präsident der EVP (Europäische Volkspartei), sorgte erneut für Empörung, als er in einem Interview für die FAZ erklärte, er wolle eine „Firewall“ gegen die Regierungspartei PiS in Polen errichten, um der liberalen Bürgerplattform von Donald Tusk zur Macht zu verhelfen. Weber äußerte auch seine Besorgnis über die Slowakei, wo der Vorsitzende der größten Oppositionspartei, Robert Fico, beschuldigt wurde, eine ähnliche Politik wie der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán zu verfolgen.
Weber sagte in dem Interview: „Wir stehen für einen Kurs, der Radikale ausschließt. AfD, Le Pen, das sind unsere politischen Feinde. Ich habe drei Bedingungen für jede Zusammenarbeit formuliert: Pro Europa, pro Ukraine, pro Rechtsstaat. Auf diese Weise bauen wir eine Firewall zur PiS (Recht und Gerechtigkeit) auf. Wir sind die einzige Kraft, die die PiS in Polen ersetzen und das Land zurück nach Europa führen kann.“
Er fuhr fort: „PiS gehört zum Lager unserer politischen Gegner. Das Anti-Tusk-Gesetz, das Artikel-7-Verfahren, die Auswahl gefälliger Richter – damit stellen sie sich außerhalb des demokratischen Diskurses und stellen sich auf die Seite von AfD und Le Pen.“
Diese Aussagen von Weber, in denen er zugibt, sich in die politischen Prozesse eines EU-Mitgliedstaates einzumischen, sorgten in Polen für Empörung. Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bezeichnete die Äußerungen als „skandalös“. Ein Abgeordneter der Regierungspartei PiS, Sebastian Kaleta, kommentierte auf seiner Social-Media-Seite, dass Weber unumwunden sagt, dass sie Tusk wieder an der Macht haben wollen und Deutschland eine Marionettenregierung in Polen will, die den deutschen Interessen nicht entgegenkommt.
Auch der stellvertretende Ministerpräsident Jacek Sasin betonte, dass die Polen darüber entscheiden, wer in ihrem Land regiert, und dass Berlin hier kein Mitspracherecht hat.
Weber griff nicht nur Polen an, sondern auch den Vorsitzenden der größten slowakischen Oppositionspartei, Robert Fico. Er betonte, dass Fico mit pro-orbánischer, pro-putinischer und anti-rechter Rhetorik antritt, während Weber mit Eduard Heger für Pro-Europa und Pro-Ukraine ist.
Die Äußerungen von Manfred Weber haben zu einer hitzigen Diskussion geführt und werfen Fragen zum politischen Einfluss innerhalb der EU auf. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird.






