
Mangel an Dramatik in TV-Debatte der Europaparlamentskandidaten

Am Donnerstagabend hatten Vertreter von elf politischen Organisationen, die bei den Wahlen zum Europäischen Parlament (EP) antreten, die Möglichkeit, ihre Ideen in einer Live-Debatte auf dem Nachrichtensender M1 zu diskutieren. Während der zweistündigen Sitzung im Schlossgartenbasar (Várkert Bazár) stellten die Teilnehmer ihre Programme zu vier Themen vor.
Die Teilnehmer waren Viktor Dénes Huszár (Lösungsbewegung), der sich als Laienpolitiker präsentierte, Péter Ungár (LMP – Ungarns Grüne Partei); Klara Dobrev (DK-MSZP-Grüne); Emese Pekárné Farkas (Zweite Reformära Partei), ehemaliger Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Péter Márki-Zay (Volkspartei „Alles Ungarn“); Anna Donáth (Momentum); Tamás Deutsch (Fidesz-KDNP); Akademiker Péter Róna (Jobbik-Konservative); Péter Magyar, die zweitführende Persönlichkeit unter den MdEP-Kandidaten (TISZA-Partei – Partei des Respekts und der Freiheit); Komiker und Fernsehmoderator Imre Tóth (Ungarische Zweischwänzige Hundeparty); und László Toroczkai (Unsere Heimatbewegung).
Verteidigung und Sicherheit
Viktor Dénes Huszár betonte Ungarns Engagement für die Mitgliedschaft in der EU und der NATO und plädierte für eine gemeinsame europäische Armee zur Erhöhung der Sicherheit.
Herr Huszár betonte die Bedeutung der NATO für den Grenzschutz und drängte auf höhere Verteidigungsausgaben innerhalb Europas.
Die Linke Klára Dobrev kritisierte Viktor Orbáns Führung, warf ihm vor, Ungarns Sicherheit zu gefährden und sich für ein starkes, soziales Europa einzusetzen. Dobrev betonte die Notwendigkeit von Politikern, die der europäischen Einheit und Stabilität Priorität einräumen. Emese Pekárné Farkas äußerte Bedenken hinsichtlich der Visavergabe und der Freizügigkeit innerhalb der EU und brachte dies mit der Immobilienkrise und Immobilienverkäufen an ausländische Investoren in Verbindung. Sie forderte ein Referendum über den Verkauf von Immobilien während Krisen und betonte die Notwendigkeit eines ökosozialen Programms für junge Menschen. Péter Magyar schlug vor, dass sich Europa auf den Aufbau eines gemeinsamen Verteidigungssystems konzentrieren sollte, um die kollektive Sicherheit zu gewährleisten.
Migrations- und Flüchtlingsthemen
Zum nächsten Thema: Péter Márki-Zay betonte die Notwendigkeit des Grenzschutzes und kritisierte den Umgang der Regierung mit illegaler Migration. Anna Donáth von der linksradikalen Momentum-Partei betonte, dass Einwanderung als europäische Herausforderung betrachtet werden müsse, aber nicht als eines der wichtigsten Themen für Ungarn. Sie unterstrich, dass man sich auf die Wiederbelebung der ungarischen Wirtschaft und des ungarischen Haushalts konzentrieren müsse. Tamás Deutsch von der Regierungspartei Fidesz beschuldigte Brüssel und das „George Soros“-Imperium jedoch, illegale Migration zu erleichtern, und warnte vor den Folgen des Migrationspakts. Der Rechtsaußen Péter Róna wiederum sprach sich gegen die EU-Migrationspolitik aus und forderte, die Souveränität jedes Landes bei Entscheidungen zur Grenzkontrolle zu wahren.
Landwirtschaft
In Bezug auf die Landwirtschaft kritisierte Viktor Dénes Huszár die Effizienz der ungarischen Landwirtschaft und plädierte für wissensbasierte Technologien zur Steigerung der Produktivität.
Péter Ungár kritisierte die gemeinsame Agrarpolitik der EU und behauptete, sie führe zu steigenden Nahrungsmittelpreisen und schlechter Qualität.
Emese Pekárné Farkas betonte die Bedeutung der ungarischen Nahrungsmittelautarkie und schlug vor, in eine hochwertige, wettbewerbsfähige Landwirtschaft zu investieren.
Demokratie, Rechtsstaatlichkeit
In Diskussionen über Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wiederholte Klára Dobrev die Forderung nach einer Ablösung der Regierung Orbáns und betonte, wie wichtig die Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit sei.
Tamás Deutsch hingegen warf der europäischen Linken…






