
Ein rumänischer Vorschlag zur Teilung von Szeklerland

Rumänien plant Verwaltungsreform: Was bedeutet das für Minderheiten?
Rumänien erwägt derzeit bedeutende Verwaltungsreformen, die die Kreisstruktur des Landes umgestalten könnten. Der von Wirtschaft und Wissenschaft vorangetriebene rumänische Vorschlag zielt darauf ab, die bestehenden 41 Kreise auf nur 15 zu reduzieren, Bukarest ausgenommen.
Unterstützung für Reformen und politische Realitäten
Grundlage für die Umstrukturierung wäre laut Index die Einwohnerzahl von Kleinstädten und Städten, wobei vorgeschlagen wird, dass Gemeinden mindestens 5.000 Einwohner und Städte mindestens 10.000 Einwohner haben sollten. Befürworter argumentieren, dass eine solche Umstrukturierung die Effizienz des rumänischen Verwaltungsapparats steigern würde. Bogdan Daniel Vișan, Präsident der rumänischen Industrie- und Handelskammer, unterstützt die Idee und betont die Notwendigkeit, Bevölkerungsschwellenwerte für Gemeinden und Städte festzulegen. Darüber hinaus erkennt Rumäniens sozialdemokratischer Ministerpräsident Marcel Ciolacu die Notwendigkeit einer Verwaltungsreform an, warnt jedoch davor, dass diese nicht über Nacht umgesetzt werden könne. Er gibt an, dass eine Neuordnung nicht vor den Parlamentswahlen 2024 erfolgen werde.
Siebenbürgische Kreise: ein kontroverser Aspekt
Während der Vorschlag die historischen Grenzen Rumäniens respektiert, bestehen Bedenken hinsichtlich seiner Auswirkungen auf kulturelle, demografische und historische Aspekte, insbesondere in Siebenbürgen. Das Szeklerland mit 38 % ungarischer Bevölkerung im Kreis Mureș steht vor einer Spaltung, was Fragen zur Autonomie aufwirft. In einem besonders problematischen Schritt würden Harghita und Covasna mit 85 % bzw. 74 % ungarischer Bevölkerung mit Brasov zusammengelegt. Dies eliminiert nicht nur jede Aussicht auf Autonomie, sondern verwässert auch die ungarische Mehrheit im entstehenden Landkreis auf 43 %, was eine deutliche Verschiebung gegenüber der aktuellen Bevölkerungsstruktur darstellt.
Ein weiterer potenzieller Nachteil für Ungarn in der Slowakei
Auch die Slowakei, der Nachbar Rumäniens, führt derzeit Verwaltungsreformen durch, wobei durchgesickerte Vorschläge auf erhebliche Änderungen schließen lassen. Das bestehende System, das ohne Verwaltungseinheiten mit ungarischer Mehrheit konzipiert ist, unterliegt potenziellen Änderungen, die sich nachteilig auf die ungarische Gemeinschaft auswirken könnten. Trotz eines anerkannten Reformbedarfs zögern slowakische Politiker, das bestehende, von Vladimir Mečiar geschaffene System in Frage zu stellen. Die vorgeschlagenen Änderungen könnten möglicherweise die ungarischen Interessen politisch und wirtschaftlich untergraben. Der durchgesickerte Vorschlag in der Slowakei deutet auf ein weniger günstiges Szenario für die Ungarn hin als das derzeitige System. Zu den Besonderheiten gehören der Anschluss von Šamorín an Bratislava, die Zusammenlegung von Trnava und Nitra zu einer größeren Verwaltungseinheit und die Abschaffung des mehrheitlich von Ungarn bewohnten Bezirks Komárno.
Effizienz und Minderheitenrechte in Einklang bringen
Während Rumänien und die Slowakei über Verwaltungsreformen nachdenken, bleibt das empfindliche Gleichgewicht zwischen Effizienz und dem Schutz der Minderheitenrechte, insbesondere der Rechte der ungarischen Gemeinschaften, ein entscheidender Gesichtspunkt. Die Ergebnisse dieser vorgeschlagenen Änderungen werden wahrscheinlich in den kommenden Jahren die politische und kulturelle Landschaft in beiden Ländern prägen. Entdecken Sie die neuesten Ereignisse im Szeklerland, indem Sie unseren Artikel über Wachfeuer lesen, die die Autonomie des Szeklerlandes in Rumänien fordern.
Quelle: Index






