
Die wichtigsten Trends im Blick behalten

Analyse prognostiziert politische und wirtschaftliche Entwicklungen in der Mongolei
Wie wird sich die Lage in der Mongolei im Jahr 2023 entwickeln? Diese Frage stellt sich auch der Analytiker Amar Adiya, der in einer Untersuchung die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen des Landes zu anderen Nationen, Trends in der Innenpolitik und der Wirtschaft sowie mögliche Auswirkungen globaler Ereignisse auf die Mongolei analysiert.
Wie die Untersuchung zeigt, sind die makroökonomischen Bedingungen des Landes aufgrund der anhaltenden Straffung der Geldpolitik und der Zahlungsbilanzkrise des Landes schlechter geworden. Die Währungsreserven der Mongolei schrumpften im Jahr 2022 auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren, die Landeswährung verlor rund 20 Prozent an Wert, die Inflation erreichte den höchsten Stand seit 2009.
Eine positive Entwicklung gab es allerdings bei den Reserven: Diese sind Ende 2022 auf 3,4 Milliarden US-Dollar gestiegen, was Ängste vor Zahlungsunfähigkeit mildert. Die Abhängigkeit von russischen Benzinimporten stellt jedoch nach wie vor ein erhebliches wirtschaftliches Risiko dar, da die erste Ölraffinerie der Mongolei, die Indien finanziert, erst 2025 ans Netz gehen soll.
In der Innenpolitik hat Premierminister Luvsannamsrain Oyun-Erdene sein Kabinett umgebildet und neue Ministerposten hinzugefügt. Der Staat muss zudem 1,3 Milliarden US-Dollar an internationalen Schulden zurückzahlen, was rund acht Prozent des BIP ausmacht.
Mit Blick auf die Wahlen im Jahr 2024 geht Adiya davon aus, dass die regierende Mongolische Volkspartei voraussichtlich eine Supermehrheit haben wird, was Oyun-Erdene ermöglichen sollte, seine Liberalisierungs- und Reformagenda fortzusetzen. Weitere wirtschaftliche und finanzielle Schwierigkeiten werden die politischen Entscheidungsträger wahrscheinlich dazu veranlassen, unpopuläre Privatisierungen und Strukturreformen durchzuführen.
Ein erheblicher Rohstoffexportboom wird für das Jahr 2023 erwartet, da neue Kohlebahnnetze nach China in Betrieb gehen und die Kupferproduktion aus der Untertagemine von Rio Tinto im Süden der Mongolei erhöht wird.
Um die Wirtschaft anzukurbeln, hat die Regierung die Kampagne „Visit Mongolia“ gestartet, um von 2023 bis 2024 eine Million Touristen anzulocken, für die Steuerbefreiungen und -erstattungen sowie einfachen Zugang zu Visa und mehr Direktflüge von und zu internationalen Zielen angeboten werden sollen. Auch die Legalisierung von Casinos wurde vorgeschlagen.
Die politischen Beziehungen der Mongolei zu Russland intensivieren sich derweil, während das Land im Ukraine-Krieg eine neutrale Haltung beibehalten und seine Beziehungen zu Peking und Moskau priorisieren will.
Die Situation bleibt allerdings komplex, da Bedenken hinsichtlich der konkurrierenden Interessen Russlands und Chinas Plan B, Fracht durch Zentralasien umzuleiten, möglicherweise Auswirkungen auf das Transit-Mongolia-Programm haben könnten.
Trotz alldem hat die Mongolei versucht, im Krieg eine neutrale Haltung beizubehalten und gleichzeitig mögliche Stimmungen gegen Russland und China im eigenen Land abzumildern. Die Politik der „dritten Nachbarn“, engere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und anderen westlichen Ländern anzustreben, könnte in diesem Zusammenhang an Bedeutung verlieren.
Allerdings haben soziale Unruhen in der Hauptstadt Ulaanbaatar gezeigt, dass die Kluft zwischen Reichen und Armen immer größer wird, was






