
Die Vorteile von HUN-REN für Pharma- und Agrarindustrie

Ein Durchbruch in der Produktion von Aldehyden: Ungarische Forscher entwickeln innovative Katalysatoren
Die Forschungsgruppe Organokatalyse am HUN-REN Forschungszentrum für Naturwissenschaften (HUN-REN RCNS) hat einen bahnbrechenden Fortschritt bei der effizienten Produktion von Aldehyden erzielt. Ihre neu entwickelten Katalysatoren haben das Potenzial, sicherere, effizientere und nachhaltigere chemische Prozesse zu revolutionieren. Laut der Website des ungarischen Forschungsnetzwerks kann diese Entwicklung auch umweltfreundlichere und nachhaltigere landwirtschaftliche Praktiken unterstützen.
Aldehyde sind aufgrund ihres angenehmen Duftes ein häufiger und beliebter Bestandteil von Parfüms. Ihr Einsatz geht jedoch weit darüber hinaus, da es sich um lebenswichtige und vielseitige Verbindungen handelt, die in vielen Branchen unverzichtbar sind.
Aldehyde spielen eine Schlüsselrolle bei der Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe und werden zu immer wichtigeren Bestandteilen in Agrochemikalien.
Als Pheromone können beispielsweise langkettige Aldehyde eingesetzt werden, die eine umweltfreundliche und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Pestiziden darstellen.
Trotz ihrer Bedeutung stellt die effiziente und umweltfreundliche Produktion von Aldehyden seit langem eine anhaltende Herausforderung in der chemischen Forschung dar. Aktuelle Methoden sind nicht nur teuer und ineffizient, sondern unterliegen auch gefährlichen Nebenprodukten und ungewöhnlichen chemischen Reaktionen.
Den Forschern von HUN-REN gelang kürzlich ein großer Durchbruch auf diesem Gebiet, indem sie eine neuartige Familie metallfreier Katalysatoren entwickelten, die die selektive und effiziente Umwandlung von Estern in Aldehyde praktisch ohne Nebenprodukte ermöglichen.
Dieser innovative Ansatz ist nicht nur sicherer und umweltfreundlicher, sondern auch breit anwendbar und für Anwendungen im industriellen Maßstab geeignet.
Ihre Erkenntnisse von internationaler Bedeutung wurden in der Zeitschrift der American Chemical Society (JACS), einer der führenden Fachzeitschriften im Bereich Chemie, veröffentlicht. Der von der ungarischen Forschungsgruppe entwickelte neuartige Katalysator hat sowohl in der Wissenschaft als auch in der Industrie große Aufmerksamkeit erregt, was sich darin zeigt, dass die Veröffentlichung innerhalb von nur zwei Wochen zu einem der meistgelesenen Artikel in JACS wurde, heißt es in dem HUN-REN-Artikel.
In Zusammenarbeit mit Forschern der Eötvös-Loránd-Universität (ELTE) und Industriepartnern von Provivi und AldexChem zeigte das Team, dass ihr Durchbruch in zwei wichtigen Anwendungsbereichen vielversprechend ist:
In der Pharmaindustrie ermöglichte der Katalysator eine effizientere Produktion des Lipids ALC-0315, einem wichtigen Bestandteil des COVID-19-Impfstoffs von Pfizer.
In der Landwirtschaft nutzte das in den USA ansässige Unternehmen Provivi die Technologie, um umweltfreundliche Schädlingsbekämpfungspheromone im industriellen Maßstab herzustellen und damit eine nachhaltige Alternative zu schädlichen chemischen Pestiziden zu bieten.
Die Technologie wurde von AldexChem übernommen, einem Unternehmen mit umfangreicher Erfahrung in der Feinchemie und Pharmazeutik. AldexChem hat das Verfahren weiter verfeinert, mehrere Patente angemeldet und die Technologie an seine Industriepartner lizenziert. Bemerkenswert ist, dass das neue Verfahren in nur zwei Jahren von der Laborinnovation zur industriellen Anwendung gelangte – eine seltene Geschwindigkeit in der chemischen Industrie.






