
Die sinkende Wettbewerbsfähigkeit der EU: Orbáns größte Herausforderung

Viktor Orbán hielt am Dienstagnachmittag eine zweistündige internationale Pressekonferenz im Europäischen Parlament ab, bevor er heute Morgen in Straßburg offiziell das Programm der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft vorstellte.
Auf der Pressekonferenz sagte der Premierminister, dass die Lage in der Europäischen Union viel ernster sei als im Jahr 2011, während der ersten ungarischen Ratspräsidentschaft. Er wies darauf hin, dass eine der größten Herausforderungen der Rückgang der europäischen Wettbewerbsfähigkeit sei, und wies darauf hin, dass die ungarische Ratspräsidentschaft die Annahme eines neuen Fünfjahrespakts für europäische Wettbewerbsfähigkeit vorschlagen werde.
Er betonte, dass die Verbesserung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit im Mittelpunkt der Ziele der ungarischen Ratspräsidentschaft stehe. Seit zwei Jahrzehnten sei das Wirtschaftswachstum anhaltend langsamer als in den USA oder China, und die Welthandelsanteile seien rückläufig, erklärte er.
Ein volles Haus in Straßburg. Internationale Pressekonferenz vor der morgigen Debatte im @Europarl_EN. pic.twitter.com/RjyXhlmPAl — Viktor Orbán (@PM_ViktorOrban) 8. Oktober 2024
Herr Orbán fügte hinzu, dass dies durch ungünstige demografische Trends in Europa noch verstärkt werde.
„Wirtschaftlich bedeutet das: Wenn wir wettbewerbsfähig sein wollen, müssen wir damit rechnen, dass wir erstmals in einer Situation sind, in der das Wachstum des europäischen Bruttoinlandsprodukts nicht durch eine stetige Vergrößerung der Größe gestützt wird die Belegschaft.“
Die ungarische Ratspräsidentschaft wird auf dem informellen Treffen europäischer Staats- und Regierungschefs am 8. November in Budapest die Verabschiedung eines neuen fünfjährigen europäischen Pakts für Wettbewerbsfähigkeit vorschlagen. Ein solcher Pakt würde es allen europäischen Staats- und Regierungschefs und Ländern ermöglichen, sich zu einem langfristigen, fünfjährigen Pakt zu verpflichten. Jahr der Wettbewerbsfähigkeitspolitik, sagte der Premierminister.
Der Wettbewerbspakt würde den Abbau von Verwaltungslasten, Überregulierung, erschwingliche Energiepreise und eine grüne Industriepolitik umfassen. Letzteres sollte mit der europäischen Industriepolitik abgestimmt werden, sagte er. Dazu würden auch die Stärkung des Binnenmarkts und die Beseitigung von Hindernissen für den Waren- und Dienstleistungsverkehr gehören, Regeln, die dem Draghi-Bericht zufolge allein 10 % des europäischen BIP einbüßen würden.
Sie schlagen außerdem die Umsetzung einer Kapitalmarktunion vor, da heute die Ersparnisse der Europäer in den Vereinigten Staaten landen und der europäische Kapitalmarkt nicht in der Lage ist, das Geld der Europäer hier in Europa zu halten.
„Schließlich sei auch die Konnektivität Teil des Paktvorschlags, sagte er und nannte als Beispiel die Absurdität einer Strafsteuer auf chinesische Elektroautos.“
Er wies darauf hin, dass von 27 Mitgliedstaaten zehn für eine Strafsteuer seien und 17 dagegen. Die 10 Staaten stellen 45 % der gesamten EU-Bevölkerung, was bedeutet, dass selbst die Mehrheit der Menschen sie nicht unterstützt. „Die Situation ist auch deshalb absurd, weil europäische Autohersteller – die eigentlich geschützt werden sollen – dagegen protestieren“, fügte er hinzu.
Zum Thema Migration betonte Herr Orbán, dass die Mitgliedstaaten versuchten, sich individuell zu schützen, da die EU keine erfolgreiche gemeinsame Migrationspolitik habe. Allerdings würden diese Einzelversuche das Schengen-System zerstören, deshalb „brauchen wir eine große gemeinsame Entscheidung.“
„Die ungarische Präsidentschaft schlägt die Einführung eines Systems von Schengen-Gipfeln vor. Nach dem Vorbild der Gipfeltreffen der Euro-Staaten sollten sich die Staats- und Regierungschefs der Schengen-Staaten regelmäßig treffen und wie beim Euro gemeinsam auf höchster politischer Ebene die Schengen-Grenzen verwalten.“
Herr Orbán sagte, dass die Verteidigungspolitik der EU und die Stärkung der technologischen Basis zu den Prioritäten der ungarischen Ratspräsidentschaft gehörten, und fügte hinzu, dass sie auch bei einem Treffen in Budapest im November besprochen würden. Als nächsten Tagesordnungspunkt nannte er die Erweiterungspolitik und betonte, dass Europa ohne die Integration des Balkans niemals vollständig sein werde. Er betonte, dass die Erweiterung leistungsorientiert sein müsse, stellte jedoch fest, dass ohne Serbien keine Erweiterung erfolgreich sein werde und dass die Westbalkanländer ohne Serbien nicht integriert werden könnten.
Er fügte hinzu, dass die ungarische Präsidentschaft auch über die Landwirtschaft sprechen werde. Grund dafür ist, dass mit der Planung der Stossrichtungen für die siebenjährige Haushaltsperiode ab 2027 und der Festlegung der agrarpolitischen Leitlinien bereits begonnen wurde. Ziel sei es, eine wettbewerbsfähige, krisenresistente und bäuerfreundliche europäische Landwirtschaft zu schaffen, betonte er.
“Wenn wir die Punkte der ungarischen Ratspräsidentschaft umsetzen, wird ihr Motto wahr: „Make Europe Great Again!”,
unterstrich.
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Über MTI, Ausgewähltes Bild: MTI/Tamás Purger






