
Budapest enthüllt Pläne für das Schokoladenhotel

Ein verlassenes Bürogebäude in Budapest wird zu einem Chocolat Hotel
Im 8. Bezirk von Budapest durchläuft ein verlassenes Bürogebäude eine Transformationsreise. Dieses vernachlässigte Wahrzeichen in der Szentkirályi-Straße 8 steht kurz vor seiner Wiedergeburt als Chocolat Hotel.
Ein jahrzehntelanger Plan
Seit 2016 verfolgt die deutsche Hotelkette Orange Hotels and Resorts einen ehrgeizigen Plan zur Umgestaltung des verlassenen Bürogebäudes in der Szentkirályi-Straße 8. Nachdem das Gebäude das letzte Jahrzehnt lang inaktiv gewesen war, sollte es laut Angaben zu einem luxuriösen Vier-Sterne-Hotel namens Chocolat Hotel werden. Die ursprüngliche Vision zielte darauf ab, einem Gebäude mit einer reichen Geschichte Leben einzuhauchen. Die durch die globale Pandemie ausgelöste wirtschaftliche Rezession in Verbindung mit einem Rückgang des Tourismus zwang Orange Hotels and Resorts jedoch dazu, ihre Expansionsbemühungen in Ungarn aufzugeben. Infolgedessen liquidierten sie ihr Budapester Geschäft und verkauften ihre Vermögenswerte im Jahr 2021 an You Are Ungarn Ltd.
Neue Vision
Mit dem Eigentümerwechsel übernahm You Are Ungarn Ltd. die Verantwortung für die Vision der deutschen Hotelkette. Sie brachten neuen Schwung in das Projekt Chocolat Hotel. Die einst ins Stocken geratenen Pläne für das historische Bürogebäude wurden wiederbelebt und versprachen ein neues Kapitel für dieses vergessene Wahrzeichen. Die geplante Umgestaltung des Gebäudes erfordert eine sorgfältige Neugestaltung durch das talentierte Team von D55 Architectural Office Ltd. Die Architekten Kristóf Vécsey, Dániel Bognár und Ádám Gál stellten sich ein modernes Hotel mit 98 Zimmern vor. Es wird zeitgenössische Elemente nahtlos mit der historischen Bedeutung des Gebäudes verbinden, das erstmals 1928 seine Pforten öffnete.
Art-déco-Merkmale und historische Bedeutung
Zu den Plänen der Architekten gehört die Erhaltung der Art-déco-Merkmale des Gebäudes, etwa des ehemaligen geschwungenen Glasportals, des Bronzeeingangs und Nachbildungen der Außenwandrahmen. Insbesondere werden die Inschriften von Frigyes Stühmer Rt., dem ursprünglichen Besitzer, wiederhergestellt und eine Hommage an das Süßwarenerbe sein, das einst die Räumlichkeiten schmückte. Frigyes Stühmer, Ein Hamburger Konditormeister prägte die Geschichte des Gebäudes. Stühmer ließ sich 1866 in Pest nieder und verwandelte eine bescheidene Zuckerfabrik in ein Süßwarenimperium. Seine Innovationen, wie die Massenproduktion von Schokolade, verwandelten einst ein Luxusartikel in ein allgemein zugängliches Gut. Das Erbe der Stühmer-Schokoladentafeln, darunter ikonische Namen wie Boci, Tibi und Sport, findet bei Süßigkeitenliebhabern weiterhin großen Anklang.
Gestaltung von Umhüllungen und architektonischen Erweiterungen
Stühmers Engagement für Exzellenz ging über den kulinarischen Bereich hinaus. Der Fokus des Unternehmens auf erstklassige Handwerkskunst bei der Gestaltung von Geschenkpapier, Bonbontüten und Dessertschachteln erlangte internationale Anerkennung. Vor allem die von Kató Kaeszné Lukáts entworfenen Verpackungspapiere und Geschenkschachteln waren so langlebig, dass die Wiener Firma Altmann und Kühne sie bis heute verwendet. Über die Süßwaren hinaus beschäftigte sich die Marke Stühmer auch mit architektonischen Bestrebungen. Bereits 1883 gab es Pläne für ein Filialnetz. Die einzigartige Mischung aus ungarischem Volksbarock und Art Déco in der Inneneinrichtung ihrer Filialkette erlangte Weltruf. Darüber hinaus zeigte ihr vom Architekten Ferenc Kende entworfener Musterladen in Paris ihr Engagement für ein harmonisches und ästhetisch ansprechendes Kundenerlebnis.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Chocolat Hotel-Projekt nicht nur einem vernachlässigten Gebäude neues Leben einhaucht, sondern auch eine Hommage an die reiche Süßwarengeschichte Budapests darstellt.
Quelle: Index






