
Belgischer Minister nutzt Artikel 7 als Waffe gegen Ungarn vor EU-Ratspräsidentschaft

Belgische Außenministerin kritisiert Ungarns mangelnde Reformbereitschaft
Die belgische Außenministerin Hadja Lahbib hat in Luxemburg erklärt, dass Ungarn bedauerlicherweise nicht in der Lage sei, die erforderlichen Reformen umzusetzen, um das Verfahren nach Artikel 7 der EU-Verträge wegen der Gefährdung der Grundwerte der Europäischen Union abzuschließen.
Ministerin Lahbib übernahm bis zum 30. Juni die sechsmonatige Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union und äußerte diese Bedenken vor einem Treffen der Minister für allgemeine EU-Angelegenheiten der Mitgliedsstaaten. Der Rat diskutierte bereits zum siebten Mal den Fall Ungarns im Rahmen des Artikel-7-Verfahrens. Anfang des Monats forderte Lahbib sogar, Ungarn seine Stimmrechte im Rat der Europäischen Union zu entziehen.
Die Ministerin betonte, dass eine weitere Anhörung in Ungarn erforderlich sei, da das Land weiterhin die Rechtsstaatlichkeit, Minderheitsrechte und die Unabhängigkeit der Justiz nicht respektiere. Sie äußerte Bedenken hinsichtlich der Missachtung grundlegender Werte wie Medienfreiheit, akademische Freiheit, Vereinigungsfreiheit und Fragen der Exekutive, die im laufenden Verfahren nach Artikel 7 untersucht werden.
Des Weiteren zog Lahbib Parallelen zum Beispiel Polen und erklärte, dass das Verfahren nach Artikel 7 bei entsprechendem Willen sehr schnell abgeschlossen werden könne. Dabei bezog sie sich auf Entscheidungen des polnischen Justizministers Adam Bodnar, die kritisiert wurden und zu Spannungen im Land führten.
Die EU-Kommissarin für Transparenz und Werte, Vera Jourová, forderte Ungarn ebenfalls auf, die notwendigen Reformen durchzuführen, um das Verfahren abzuschließen. Sie betonte die Bedeutung der bevorstehenden rotierenden Präsidentschaft Ungarns und forderte das Land auf, fair zu agieren und seine Pflichten zu erfüllen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Diskussionen im Rahmen des Artikel-7-Verfahrens weiterhin politischen und kontroversen Charakter haben. Es bleibt abzuwarten, wie Ungarn auf die Forderungen der EU reagiert und ob die notwendigen Reformen umgesetzt werden.






