
Visum, Handel und Seltene Erden: Schlüsseltreffen zwischen Tokayev und von der Leyen

Der Präsident von Kasachstan, Kassym-Jomart Tokayev, führte am 3. April ein Gipfeltreffen mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, durch, das morgen in Samarkand stattfinden wird. Bei dem Treffen stand die Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und der EU in Schlüsselbereichen wie Wirtschaft, Digitalisierung und Innovation im Mittelpunkt.
Laut dem Akorda Press Service begrüßten beide Führer die Fortschritte bei den Verhandlungen über eine Vereinbarung zur Vereinfachung des Visa-Emissionsprozesses zwischen Kasachstan und der Europäischen Kommission.
Präsident Tokayev betonte, dass die verbesserte Partnerschafts- und Kooperationsvereinbarung die Grundlage des Engagements von Kasachstan mit der EU bleibt. Er skizzierte vier vorrangige Bereiche für die Vertiefung der Zusammenarbeit: Energie, Infrastruktur und Industrieprojekte, die Entwicklung von Transport- und Logistiknetzwerken sowie digitale Innovationen, einschließlich fortschrittlicher Technologien und künstlicher Intelligenz.
Ursula von der Leyen unterstrich die Bedeutung von gemeinsamen Transport- und Logistikinitiativen, insbesondere auf der transkaspischen internationalen Verkehrsroute. Sie gratulierte auch Präsident Tokayev zu den jüngsten Fortschritten Kasachstans bei der Exploration von Seltenen Erden, einer Entwicklung, die die Rolle des Landes in globalen Lieferketten erheblich verbessern könnte.
Das kasachische Ministerium für Industrie und Bau gab am 2. April bekannt, dass Geologen aus Karagandy im Rahmen eines staatlich unterstützten Explorationsprogramms enorme Vorkommen am Standort Kuirektykol identifiziert hatten. Erste Schätzungen deuten auf rund eine Million Tonnen Seltenerdmetalle hin. Die vielversprechendsten Zonen, Irgiz und DOS 2, haben Mineralisierungsgrade von über 0,1% gezeigt, wobei einige Proben beeindruckende 0,25% erreichten. Diese Ergebnisse positionieren Kasachstan als potenziellen Schlüssellieferanten von kritischen Mineralien für High-Tech-Industrien, darunter erneuerbare Energien, Elektronik und Verteidigung.
Beide Seiten bekräftigten ihr Engagement für den fortgesetzten Dialog im C5+EU-Format und diskutierten dringende regionale und internationale Themen.





