
Verhandlungen zwischen niederländischer Regierung und Landwirten enden ohne Einigung

Verhandlungen zur „Agrarvereinbarung“ in den Niederlanden enden ohne Konsens
In einem Schreiben des Ministers für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität, Piet Adema, an die niederländische Unterhaus des Parlaments wurde festgestellt, dass die Verhandlungen mit den Vertretern der Landwirte über die „Agrarvereinbarung“ zur Zukunft der Landwirtschaft im Land ohne Einigung endeten.
In dem Schreiben von Adema wurde darauf hingewiesen, dass der größte Bauernverband des Landes, die LTO, aufgrund ihrer Bedenken gegenüber dem Entwurf der Vereinbarung bei dem Treffen am 14. Juni nicht anwesend war.
In dem Schreiben wurde festgestellt, dass die Regierungsbeamten nach dem Verlassen der LTO am Tisch weiterhin mit anderen kleinen Gruppen zusammengetroffen sind und dass die LTO die Regierungsbeamten am 20. Juni sowie die anderen Parteien am Tisch heute darüber informiert hat, dass sie die Gespräche nicht fortsetzen werden.
Nach der Entscheidung der LTO, nicht an den Verhandlungen teilzunehmen, wurde berichtet, dass auch andere Bauerngruppen am Tisch sowie Vertreter von Banken, Lebensmittelgroßhändlern und Umweltorganisationen das Ende des Prozesses forderten mit der Begründung, dass „Verhandlungen nicht erfolgreich sein würden“.
In dem Schreiben wurde betont, dass die Vereinbarung, in der die Regierung vorhat, im Rahmen der Klimapolitik eine Reihe von Einschränkungen vorzusehen, Unsicherheit für die Zukunft vieler Landwirte birgt und dass die vorgeschlagenen Änderungen ein radikaler Prozess seien.
In dem Schreiben, das als „verpasste Chance“ bewertet wurde, wurde festgestellt, dass die Regierung nun entscheiden wird, wie die genannte Vereinbarung weiter fortgesetzt wird.
Was ist die „Agrarvereinbarung“?
In den Niederlanden plant die Regierung im Rahmen ihrer Ziele zur Reduzierung von Stickstoffemissionen bis 2030 eine Reihe von Einschränkungen für den landwirtschaftlichen Sektor.
Zu den Einschränkungen, die die Regierung einführen möchte, gehören die Reduzierung der Anzahl der Kühe, die die Landwirte pro Hektar Land füttern dürfen, sowie Vorschriften für Bewässerungsmethoden und Pestizide in der Landwirtschaft.
Die Bauern hingegen lehnen die Vereinbarung ab und argumentieren, dass die Zahlungen, die der Staat den Landwirten leisten will, trotz steigender Kosten nicht ausreichen werden. Sie behaupten zudem, dass inländische Produkte im Wettbewerb mit importierten Produkten, die diese Einschränkungen nicht haben, nicht mithalten können und dass die Einschränkungen das Ende der landwirtschaftlichen Aktivitäten im Land bedeuten.
Laut Daten des niederländischen Finanzministeriums werden bis 2030 voraussichtlich 11.200 Höfe im Land aufgrund von Zielen zur Reduzierung von Stickstoffemissionen geschlossen. 17.600 Höfe sollen die Anzahl der verfügbaren Tiere um mehr als ein Drittel reduzieren.



