
Treffen zwischen chinesischem Präsident Xi und US-Außenminister Blinken

Xi Jinping empfängt US-Außenminister Antony Blinken in Peking
Der chinesische Präsident Xi Jinping hat zum ersten Mal seit fast fünf Jahren einen US-Außenminister empfangen. Das Treffen fand in der Großen Halle des Volkes in Peking statt und dauerte 35 Minuten. In seiner Rede betonte Xi, dass während Blinkens Besuch „offene und tiefe“ Gespräche mit dem chinesischen Außenminister Qin Gang und Wang Yi, dem Direktor des Büros der Kommission für Außenbeziehungen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, geführt worden seien. Er erklärte, dass die chinesische Seite ihre Position klar gemacht habe und dass beide Seiten übereingekommen seien, die gemeinsamen Entscheidungen, die auf der Insel Bali getroffen wurden, weiterzuverfolgen. Darüber hinaus seien in einigen Fragen Fortschritte erzielt und Einigungen erzielt worden.
Xi betonte, dass Kontakte zwischen Staaten immer auf gegenseitigem Respekt und Aufrichtigkeit beruhen sollten. Er hoffte, dass Blinkens Besuch dazu beitragen würde, die Beziehungen zwischen China und den USA zu stabilisieren. Xi Jinping wies darauf hin, dass die Welt stabile chinesisch-amerikanische Beziehungen benötige, da dies Auswirkungen auf die Zukunft und das Schicksal der Menschheit habe. Er betonte, dass es in dieser riesigen Welt genügend Raum für die Entwicklung und den gemeinsamen Wohlstand beider Länder gebe. Er wolle keinen Konflikt oder Konfrontation zwischen China und den USA sehen und nicht Partei ergreifen. Stattdessen freue er sich auf ein friedliches Zusammenleben und eine freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.
Der chinesische Präsident hob hervor, dass China und die USA verantwortungsvoll handeln und ihre Beziehungen bestmöglich gestalten sollten, um zum globalen Frieden und zur Entwicklung beizutragen und Stabilität, Sicherheit und Konstruktivität in die komplexe Welt zu bringen. Er stellte klar, dass China nicht versuche, die USA herauszufordern oder zu ersetzen, und forderte die USA seinerseits auf, China zu respektieren und die legitimen Rechte und Interessen Chinas nicht zu verletzen. Keine Seite könne die andere nach ihren eigenen Wünschen gestalten oder ihr das Recht auf Entwicklung absprechen. China hoffe weiterhin, dass die Beziehungen zwischen China und den USA gesund und stabil bleiben und dass beide Länder alle Schwierigkeiten überwinden können. Xi Jinping äußerte die Hoffnung, dass die USA sich mit China treffen und zusammenarbeiten und dabei eine rationale und pragmatische Haltung einnehmen würden.
US-Außenminister Antony Blinken erklärte hingegen, dass Washington zu den Zusagen von Präsident Biden stehe und keinen neuen Kalten Krieg anstrebe. Er betonte, dass sie nicht versuchen würden, Chinas politisches System zu ändern, Allianzen zu stärken oder sich gegen China zu stellen. Auch unterstützen sie Taiwans Unabhängigkeit nicht und haben nicht die Absicht, in einen Konflikt mit China zu geraten. Blinken unterstrich, dass sie hochrangige Kontakte zu China aufrechterhalten und Differenzen verantwortungsvoll bewältigen und Dialog, Kontakt und Zusammenarbeit suchen möchten.
Blinken sagte auch, dass er seinen geplanten Besuch in China im Februar wegen der „Ballonkrise“ abgesagt habe. Ein chinesisches Flugzeug, das in den US-Luftraum gelangte, wurde von der US-Armee abgeschossen, da der Verdacht bestand, es handle sich um einen Spionageballon. China bestritt diese Behauptung der USA und warf Washington vor, den Unfall in eine Krise verwandelt zu haben.
Neben Blinken werden in naher Zukunft auch US-Finanzministerin Janet Yellen und Handelsministerin Gina Raimondo China besuchen.



