
Österreichischer Gesandter: Kasachistan ins Bewusstsein der Österreicher rücken

Österreichs Botschafterin in Kasachstan: Eine Brücke zwischen zwei Kulturen
ASTANA – Im Januar trat Andrea Bacher als Botschafterin Österreichs in Kasachstan ihre Mission an. Nur wenige Monate später findet sich die Diplomatin in einer dynamischen Landschaft voller Möglichkeiten zur Stärkung der bilateralen Beziehungen. In einem Interview mit der Astana Times skizzierte sie ihre Prioritäten und die aktuellen Entwicklungen in den österreichisch-kasachischen Beziehungen.
Bacher verfolgt das Ziel, die Sichtbarkeit Österreichs in Kasachstan zu erhöhen, insbesondere für österreichische Unternehmen. Gleichzeitig möchte sie das Verständnis der Österreicher für Kasachstan und die gesamte Region Zentralasien vertiefen. Sie betont die Bedeutung des kulturellen Erbes und der wirtschaftlichen Möglichkeiten, die die Region bietet. "Zentralasien ist für viele Europäer ein unbekanntes Terrain", so Bacher. Ihr großes Ziel ist es, am Ende ihrer Amtszeit zu sagen, dass sie dazu beigetragen hat, das Bewusstsein zwischen den Ländern zu stärken.
Vielversprechende Geschäftsmöglichkeiten
Der Fokus des Gespräches lag auch auf den neuesten Entwicklungen im bilateralen Handel. Kürzlich fand in Astana die 12. Sitzung der Intergovernmental Commission (IGC) statt, die dem Austausch über wirtschaftliche, landwirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit gewidmet war. Kasachstan ist bereits der größte Handelspartner Österreichs in Zentralasien. Im Jahr 2024 erreichte der bilaterale Handel ein Volumen von 280,8 Millionen US-Dollar.
Bacher bemerkte das enorme Interesse österreichischer Unternehmen an Kasachstan. Über 400 Unternehmen sind bereits in der Region aktiv, und die Botschafterin hebt hervor, dass diese oft einen langjährigen Aufenthalt planen, was auf die Loyalität und das Know-how österreichischer Firmen hindeutet.
Herausforderungen und Chancen im Arbeitsmarkt
Die Botschafterin thematisierte auch den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. "Das Duale Bildungssystem Österreichs könnte für Kasachstan von großem Nutzen sein", schlug Bacher vor. Es ermögliche eine Kombination aus theoretischer Ausbildung und praktischen Erfahrungen, was die Fachkräftesituation erheblich verbessern könnte.
Infrastruktur und Logistik im Fokus
Ein weiteres großes Thema ist die transkaspische Internationale Verkehrsroute – eine essenzielle Initiative für die Transport- und Logistikbranche. Bacher erklärte, dass die Diversifizierung von Handelsrouten in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist. Darüber hinaus ermutigt die Botschafterin die EU, aktiv Projekte in der Region voranzutreiben.
EU-Zentralasien-Beziehungen stärken
Das jüngste EU-Zentralasien-Gipfeltreffen in Samarkand galt als Wendepunkt für die Beziehungen zwischen beiden Regionen. Bacher bezeichnete das Treffen als Ausdruck politischen Willens zur intensiveren Zusammenarbeit in Bereichen wie Sicherheit und internationale Normen.
Ein bedeutender Schritt könnte die bevorstehende Visaerleichterung für kasachische Bürger sein, die den Austausch zwischen den Ländern fördern könnte.
Ein persönliches Engagement
Seit ihrer Ankunft in Kasachstan hat Bacher die Gastfreundschaft des kasachischen Volkes und den Stolz auf ihre Kultur schätzen gelernt. Ihre geplanten Reisen durch das Land unterstreichen ihr Interesse an einem echten Austausch mit der Bevölkerung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Andrea Bacher mit ihrem Engagement als Botschafterin nicht nur die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und Kasachstan stärken möchte, sondern auch eine tiefere kulturelle Verbindung aufbauen will. Sie sieht in der Zusammenarbeit großes Potenzial für beide Länder, insbesondere im Hinblick auf Bildung, Wirtschaft und interkulturellen Austausch.





