
Kirgisische Beamte missachten Umweltgesetze in beschlagnahmtem Steinbruch für Präsidenten-Tierprojekt

Die Behörden in Kirgisistan haben vor Kurzem eine riesige Sandgrube am Stadtrand der Hauptstadt Bischkek beschlagnahmt. Die Bewohner, die jahrelang über übermäßigen Staub aus der Grube geklagt hatten, konnten aufatmen. Doch nun umgeht der Staat Umweltgesetze, um neue Produktionsstätten auf dem Gelände zu errichten, obwohl es aufgrund des Umweltschutzes beschlagnahmt wurde. Eine Untersuchung von RFE/RL hat ergeben, dass die Grube nun Materialien für mindestens ein großes staatliches Wohnbauprojekt liefert, das von Präsident Sadyr Japarov unterstützt wird.
Die Bewohner und Umweltaktivisten warnen davor, dass die geplanten neuen Fabriken die berüchtigte Luftverschmutzung der Stadt Bischkek verschärfen werden. Die privaten Eigentümer der Grube, deren Betrieb von staatlicher Seite übernommen wurde, werfen der Regierung von Japarov vor, die Übernahme inszeniert zu haben, um günstige Sand- und Kiesmaterialien für staatliche Bauprojekte zu liefern.
Die Umweltbelastung durch die Grube sei schon vorher stark gewesen, und mit den neuen Fabriken werde das Problem nur schlimmer, so die Kritiker. Oppositionsabgeordnete haben die Beschwerden der Bewohner an das Umweltministerium weitergeleitet, das festgestellt hat, dass die Arbeit an einer der Fabriken ohne die erforderlichen Umweltgenehmigungen begonnen wurde.
Die Geschichte der Grube reicht bis in das Jahr 1968 zurück, als sie unter sowjetischer Herrschaft eröffnet wurde. In den 1980er Jahren schloss der Stadtrat von Bischkek eine Asphaltbetonfabrik auf dem Gelände wegen Luftverschmutzung und Verstoß gegen ein Verbot solcher Einrichtungen in Wohn- und Erholungsgebieten.
Trotz der Beschlagnahmung des Geländes durch die Regierung von Japarov werden weiterhin Materialien aus der Grube abgebaut und in staatliche Bauprojekte geliefert. Die Bewohner in der Nähe der Grube leiden unter der starken Staubbelastung und sind besorgt über die zukünftige Entwicklung.
Die Anwohner haben wenig Hoffnung, dass das Problem gelöst wird, da die Regierung weiterhin Fabriken auf dem Gelände errichtet. Die Situation zeigt die Kontrolle, die die Regierung von Japarov über wichtige Bauprojekte in Kirgisistan hat und die Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung.



