
Kasachischer Journalist enthüllt Geschichten des Zweiten Weltkriegs

80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs: Maya Bekbayeva präsentiert ihr Buch über Kasachstans Rolle im Krieg
Am 23. April, anlässlich des 80. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs, stellte die kasachische Journalistin und Dokumentarfilmautorin Maya Bekbayeva ihr neues Buch mit dem Titel „Kasachstan. Beitrag zum Victory“ vor. Bei dieser Gelegenheit enthüllte sie zuvor unbekannte Geschichten und wenig bekannte Fakten über die Rolle Kasachstans im Krieg, wie Kazinform berichtete.
Das Buch ist das Ergebnis jahrelanger Forschung und Dokumentarfilmprojekte über Kriegshelden wie Bauerzhan Momyshuly, Khiuaz Dospanova, Aliya Moldagulova und Talgat Bigeldinov. Es würdigt nicht nur die Soldaten an der Front, sondern beleuchtet auch die Beiträge derjenigen, die im Hintergrund zum Sieg beigetragen haben.
Ein zentrales Anliegen von Bekbayeva ist es, Geschichten ans Licht zu bringen, die lange unbekannt blieben. So erzählt sie die bisher nicht dokumentierte Geschichte von Grigory Bulatov, einem Gefährten von Rakhimzhan Koshkarbayev, dessen Beteiligung an der Erhebung der sowjetischen Flagge über dem Reichstag lange Zeit ignoriert wurde. Diese Heldentat wurde fälschlicherweise ausschließlich Mikhail Yegorov und Meliton Kantaria zugeschrieben.
„Als Bulatov nach Hause zurückkehrte und seine Geschichte erzählte, glaubten ihm die Leute nicht und verspotteten ihn mit dem Spitznamen ‚Grishka Reichstag‘. Dies konnte er nicht ertragen, und er nahm sich das Leben“, berichtete Bekbayeva.
Das Eintauchen in die Biografien berühmter Helden eröffnet zudem neue Blickwinkel auf ihre persönlichen Schicksale. Bekbayeva betont, dass die Bücher aus der sowjetischen Ära viele dieser Geschichten ignorierten.
Ein solches Beispiel ist Manshuk Mametova, die Tochter eines Mannes, der als „Feind des Volkes“ unterdrückt wurde. Ihr Vater war ein prominentes Mitglied des westlichen Flügels von Alash Orda. „Kein Film oder Buch aus der sowjetischen Zeit erwähnt dies“, erklärte Bekbayeva. Auch Rakhimzhan Koshkarbayev kam in dieser Hinsicht zu kurz: Er wurde nicht nur als Kriegsheld gefeiert, sondern auch die Verfolgung seines Vaters als „Feind des Volkes“ fand in der offiziellen Geschichtsschreibung keine Erwähnung.
Maya Bekbayeva’s Werk zeigt, wie wichtig es ist, die Geschichte in ihrer Vollständigkeit zu dokumentieren und die Stimmen derjenigen zu hören, die in den Schatten der offiziellen Geschichtsschreibung stehen.





