
Die Reise des Apfels: Von Kasachstan nach Moderne

Die Geschichte des Apfels reicht zurück bis in das alte Tian Shan-Gebirge in Kasachstan, wo er ursprünglich angebaut wurde. In dieser Region wächst Malus sieversii, der wilde Vorfahre der heutigen Äpfel. Menschen, die die Seidenstraße entlang reisten, brachten unwissentlich Apfelsamen mit, aus denen zahlreiche Sorten dieser Frucht entstanden. Diese Samen von wilden Bäumen wurden von Händlern und anderen Reisenden entlang der Seidenstraße selektiv zurückgelassen und ebneten so den Weg für mehrere tausend moderne Apfelarten.
Das mag zunächst seltsam erscheinen, denn wir sind es gewohnt, „Apfel“ und „universell“ zusammen zu denken. Ihr Vorfahre, Malus sieversii, wächst in Tian Shan in Hülle und Fülle. Als der Biologe Nikolai Vavilov das Genom eines Apfels zurückverfolgte, entdeckte er, dass dieser Anfang des 20. Jahrhunderts in der Nähe von Almaty in Kasachstan entstand. Seine Entdeckung eines Obstgartens, der hauptsächlich aus wilden Bäumen bestand und dicht wuchs, wie an keinem anderen Ort, zeigte, wie einzigartig dieses genetische Reservoir in Kasachstan ist.
Über die historische Bedeutung hinaus ist dieses genetische Erbe von erheblicher Bedeutung. Die alten Apfelwälder in Kasachstan könnten zur Rettung der weltweiten Apfelindustrie beitragen, die jährlich etwa 50 Milliarden Dollar wert ist. Diese Wälder mit ihren unberührten genetischen Kombinationen bieten potenzielle Antworten auf neue Probleme wie Apfelkrankheiten, die bei diesen einheimischen Bäumen aufgrund ihrer langen Trennung von anderen Apfelsorten seltener auftreten.
Die Reise des Apfels durch die Geschichte ging weiter, denn die Samen wurden auf natürliche Weise hauptsächlich von Vögeln und Bären verbreitet, bevor der Mensch begann, sie anzubauen. Als die Menschen begannen, Äpfel anzubauen und zu handeln, war Malus sieversii bereits in Syrien heimisch. Die Römer entdeckten diese Apfelsorte und verbreiteten sie weiter in der ganzen Welt, was ihre Verbreitung und ihren Anbau stark beeinflusste.
Moderne wissenschaftliche Aktivitäten wie die Genomsequenzierung haben bewiesen, dass Almaty und seine Umgebung als Wiege der Apfelarten gelten können. Der Name Almaty, der „Vater der Äpfel“ bedeutet, weist auf seine glorreiche Vergangenheit hin, und auf lokalen Märkten werden verschiedene Sorten kultivierter Äpfel verkauft, so Frau Rebecca Rupp. Ein Malus sieversii-Baum selbst zeugt von der Herkunft eines Apfels, wenn man seine Merkmale betrachtet, wie etwa große gelblich-grüne Früchte oder herbstrote Blätter.
Weitere Untersuchungen des Apfelgenoms haben gezeigt, dass der Malus sieversii groß und genetisch vielfältig war, was ihn zur Grundlage für die Kreuzung mit europäischen Wildäpfeln machte. Dieser Prozess führte in Kombination mit selektiver Züchtung zu modernen Äpfeln, die größer, härter und schmackhafter sind. Im Vergleich zu anderen kultivierten Früchten, die durch kultivierungsbedingtes Größenwachstum an Größe zunahmen, war der Wildapfel, sein Vorfahre, bereits mittelgroß bis groß, weshalb er ohne große Größenauswahl domestiziert wurde.
Abschließend lässt sich sagen, dass uns die Geschichte des Apfels zurück in die Antike, zu wissenschaftlichen Entdeckungen und einer kontinuierlichen Entwicklung führt. Von den Wurzeln Kasachstans bis zu seiner heutigen weltweiten Bedeutung zeigt diese Reise, wie die Natur mit menschlichen Aktivitäten und wissenschaftlichen Fortschritten verknüpft ist. Die fortlaufende Erforschung der genetischen Vielfalt verspricht weitere Fortschritte im Apfelanbau und in der Apfelzüchtung.





