
Die Jüngsten von Kasachstan: Die Zukunft des Arbeitsmarktes bewältigen

Junge Menschen in Kasachstan und ihre Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt
Junge Menschen stehen auf dem globalen Arbeitsmarkt vor vielen Herausforderungen, und Kasachstan bildet hier keine Ausnahme. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind weltweit 73 Millionen junge Menschen arbeitslos, und jeder fünfte hat weder eine Beschäftigung noch eine Ausbildung.
Junge Menschen sind auf dem Arbeitsmarkt besonders gefährdet, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Instabilität. Nach Abschluss einer höheren oder weiterführenden Fachausbildung geraten viele junge Menschen in die „Ersteinstellungsfalle“, d. h. die vorhandenen Stellenangebote entsprechen nicht ihren Bedürfnissen. Diese Diskrepanz zwingt sie oft dazu, außerhalb ihres Studienfachs zu arbeiten oder längere Zeit arbeitslos zu bleiben.
In Kasachstan machen junge Menschen unter 35 etwa 40 % der Arbeitskräfte des Landes aus. Die meisten dieser jungen Menschen, über 75 % im Jahr 2023, sind bezahlte Arbeitnehmer. Insbesondere der Dienstleistungssektor ist ein bedeutender Beschäftigungsbereich, in dem 40 % der jungen Arbeitskräfte beschäftigt sind.
Berufstätige Jugendliche: Hindernisse für den Berufseinstieg
Junge Menschen in Kasachstan stoßen auf zahlreiche Hindernisse, die sie bei der Arbeitssuche und beim beruflichen Aufstieg behindern.
Erstens: Obwohl die Jugendarbeitslosigkeitsquote in Kasachstan im Jahr 2023 bei 3,5 % lag und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 4,7 % lag, bleibt das Problem weiterhin gravierend. Jugendliche mit geringerer Berufsausbildung sind einem höheren Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt. Darüber hinaus sind junge Frauen (4,3 %) häufiger arbeitslos als junge Männer (2,9 %).
Zweitens sind junge Menschen häufiger informell beschäftigt als Erwachsene, wobei junge Männer am stärksten betroffen sind. Informelle Beschäftigung ist unter selbstständigen Jugendlichen in ländlichen Gebieten weit verbreitet, insbesondere unter jenen mit niedrigem Bildungs- und Einkommensniveau.
Drittens fallen etwa 7,3 % der kasachischen Jugendlichen in die Kategorie „Nicht in Ausbildung, Beschäftigung oder Schulung“ (NEET). Diese Statistik variiert erheblich zwischen den Regionen, wobei die höchsten Anteile an NEET-Jugendlichen in den Regionen Karaganda (10,3 %) und Mangystau (10,2 %) zu verzeichnen sind.
Die Zukunft des Arbeitsmarktes
Kasachstan wird in den nächsten 10 bis 15 Jahren aufgrund des steigenden Anteils junger Menschen in seiner Bevölkerung ein „demografisches Fenster“ für Wirtschaftswachstum erleben. Dieser „Jugendüberschuss“ wird jedoch nur vorübergehend sein, gefolgt von einer sinkenden Geburtenrate und einer wachsenden älteren Bevölkerung.
Internationale Studien zeigen, dass jüngere Arbeitnehmer neue Arbeitsbedingungen fordern, wobei globale Trends wie die Work-Life-Balance eine große Rolle spielen. Flexible Beschäftigungsmodelle werden bei jungen Menschen voraussichtlich immer beliebter. Derzeit arbeitet weniger als 1 % der berufstätigen Bevölkerung Kasachstans von zu Hause aus, aber Experten schätzen, dass das Potenzial für Fernarbeit bei rund 30 % liegt.
Angesichts dieser Trends muss sich der Arbeitsmarkt an die Bedürfnisse und Erwartungen der jüngeren Generation anpassen. Unternehmen müssen sich auf diese Veränderungen vorbereiten, indem sie neue Beschäftigungsmodelle einführen und entsprechende Bildungsprogramme entwickeln.
Die Autorin ist Anna Alshanskaya, Leiterin der Abteilung für Wirtschaftspolitik und -analyse am Kasachischen Institut für Strategische Studien beim Präsidenten von Kasachstan (KazISS).
Der Artikel wurde ursprünglich auf der Website Kisi.kz veröffentlicht.





