
Die erste Pharmafabrik im Weltraum geht in Betrieb.

Varda plant Errichtung einer Pharmafabrik im Orbit
Das amerikanische Unternehmen Varda hat Pläne bekannt gegeben, eine Pharmafabrik im Orbit zu bauen, in der Medikamente unter Mikrogravitationsbedingungen hergestellt werden sollen. Im Weltraum können Proteinkristalle im Vergleich zu irdischen Proteinkristallen perfektere Strukturen bilden, was ihre Assimilation und Haltbarkeit verbessert.
Die Pharmaanlage, die bereits von einer SpaceX-Rakete in den Orbit gebracht wurde, hat einen Durchmesser von nur etwa 70 cm und wiegt 90 kg. Varda plant, sie für mehr als einen Monat in einer Höhe von 1.000 Kilometern rotieren zu lassen, bevor der Satellit die Kapsel zurück zur Erde schiebt. Bei seiner Rückkehr wird der Satellit eine Geschwindigkeit von über 31.000 km/h erreichen. Varda hat zudem einen kommerziellen Ansatz gefunden, indem es verschiedene Hyperschall-Forschungs- und -Entwicklungsprogramme der US-Regierung anbietet, um kritische Tests durchzuführen. Dadurch verdient das Unternehmen nicht nur mit fortschrittlichen Medikamentenexperimenten, sondern auch mit regelmäßigen Rückführungen.
Trotz seiner geringen Größe wird das Gerät als pharmazeutisches Labor dienen, in dem unter Schwerelosigkeitsbedingungen Komponenten für Medikamente hergestellt werden können. Unter solchen Bedingungen bilden Partikel in der Flüssigkeit keine Klumpen und steigen nicht an die Oberfläche oder sinken auf den Boden, wie es auf der Erde der Fall ist. Dadurch ist es möglich, Substanzen für Arzneimittel in kristalliner Form mit hoher Genauigkeit zu gewinnen. Zudem garantieren diese Bedingungen absolute Sterilität, die auf der Erdoberfläche nur schwer zu erreichen ist.
Varda wird zunächst kommerzielle Tests eines HIV-Medikaments namens Ritonavir durchführen, um Unterschiede in der Kristallstruktur bei der Kultivierung im Weltraum festzustellen.
Wenn alles wie geplant verläuft, wird Varda Ende dieses Jahres eine zweite Mission starten. Das Unternehmen erwartet viele kommerzielle und staatliche Aufträge, plant den Start von wiederverwendbaren Weltraumfabriken und überlegt sogar, eine Fabrik zu errichten, die dauerhaft im Orbit bleibt. Rohstoffe, Ausrüstung und Wartungseinrichtungen könnten bei Bedarf zur Station geliefert werden.
Quelle: ORIENT-Neuigkeiten






