
Caspian-Schwarzmeer-Tunnel: Lösungsansatz für die Wasserkrise in Aserbaidschan

Aserbaidschan schlägt unterirdischen Wassertunnel vor, um Kaspisches und Schwarzes Meer zu verbinden
Astana – Aserbaidschan hat ein visionäres Projekt vorgestellt, das darauf abzielt, das Kaspische Meer mit dem Schwarzen Meer über einen unterirdischen Wassertunnel zu verbinden. Diese Maßnahme könnte Kasachstan langfristig einen direkten Zugang zum Weltmeer bieten und den sinkenden Wasserstand im Kaspischen Meer bekämpfen, der bereits die dortigen Hafenanlagen bedroht. Laut einem Bericht von Inbusiness vom 4. Mai wird dieses ehrgeizige Vorhaben von den Häfen Adog und Zira Port initiiert und soll die Zusammenarbeit mit der Türkei stärken sowie der Umweltkrise des Kaspischen Meeres entgegenwirken.
Das vorgeschlagene Konzept umfasst einen 10 Meter breiten Kanal, der von einer internationalen Umweltüberwachung begleitet wird. Bislang wurde jedoch kein offizielles Angebot an Kasachstan gerichtet, obwohl das Land als wichtiger Stakeholder betrachtet wird. Bedingt durch den sinkenden Wasserstand des Kaspischen Meeres kommt es bereits zu erheblichen Störungen im Hafenbetrieb von Aktau.
Berichten zufolge hat der sinkende Wasserstand die Frachtkapazität der Schiffe um bis zu 1.000 Tonnen verringert; bei anhaltendem Trend könnte der Versand vollständig zum Erliegen kommen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, plant Kasachstan, den Meeresboden noch in diesem Jahr zu vertiefen, wobei die Finanzierung teilweise von Kasachstan Temir Zholy übernommen wird.
Zusätzlich sollen durch Baggerarbeiten 171 Hektar kasachischen Küstenland geschaffen werden. Es sind auch Pläne in Vorbereitung, das erste Kreuzfahrtterminal des Landes mit Grenzkontrolle am Kaspischen Meer zu eröffnen.
Seit 2006 ist der Wasserstand des Kaspischen Meeres bereits um zwei Meter gesunken, was ernsthafte Risiken für den regionalen Handel und die Infrastruktur mit sich bringt.
Fotokredit: Julia Ashikmina/Shutterstock. Die beigefügte Karte wurde von den Astana Times entworfen.





