
Beitritt von Bulgarien und Rumänien zum Schengen-Raum

Bulgarien und Rumänien offizielle Vollmitglieder des Schengen-Raums
Seit dem 1. Januar sind Bulgarien und Rumänien offiziell Vollmitglieder des Schengen-Raums. Durch die Entscheidung werden die Kontrollen an den Binnengrenzen zu anderen Schengen-Ländern abgeschafft, wodurch die Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union verbessert wird.
Ab Mittwoch wurden die Kontrollen an den Binnenlandgrenzen zwischen Bulgarien, Rumänien und dem Rest des Schengen-Raums abgeschafft. Dieser Schritt folgt einer vor fast drei Wochen getroffenen Entscheidung der EU-Innenminister, das Veto Österreichs gegen die Schengen-Mitgliedschaft der beiden Länder aufzuheben.
Reisende und LKW-Fahrer, die über Länder wie Ungarn oder Griechenland nach Bulgarien oder Rumänien einreisen, müssen an Grenzübergängen nicht länger mit Verzögerungen rechnen. Konkret wurden die Dokumentenkontrollen an sechs offiziellen Grenzübergängen an der bulgarisch-griechischen Grenze abgeschafft, während in der 30 Kilometer langen Grenzzone Rumäniens nur noch gelegentliche, gezielte Kontrollen durchgeführt werden.
Beide Länder hatten bereits im März 2024 die Kontrollen an Flug- und Seehäfen für Ankünfte aus anderen Schengen-Mitgliedstaaten abgeschafft. Mit dieser jüngsten Entwicklung ist ihre Integration in den Schengen-Rahmen abgeschlossen.
Mit der Einbeziehung Bulgariens und Rumäniens umfasst der Schengen-Raum nun 29 Länder, darunter 25 EU-Mitgliedstaaten sowie die Nicht-EU-Mitglieder Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein.
Bukarest und Sofia sind seit 2007 Teil der Europäischen Union, aufgrund politischer und logistischer Herausforderungen kam es jedoch zu längeren Verzögerungen beim Schengen-Beitritt.
Die Verzögerung des Schengen-Beitritts war für beide Länder mit erheblichen Kosten verbunden. Nach Angaben des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) verlor Bulgarien aufgrund der Zugangsbeschränkungen jährlich 834 Millionen Euro, während Rumänien jedes Jahr Verluste in Höhe von 2,32 Milliarden Euro erlitt. Allein rumänischen Transportunternehmen entstanden aufgrund von Grenzverzögerungen jährliche Mehrkosten in Höhe von 90 Millionen Euro.
Österreichs Innenminister Gerhard Karner begründete seinen Kurswechsel als Reaktion auf einen „deutlichen Rückgang unerlaubter Grenzübertritte“. Das frühere Veto Österreichs war ein großes Hindernis für die Schengen-Mitgliedschaft der Länder.






