
100 Tage in Gaza fühlten sich an wie 100 Jahre

UNRWA Generalkommissar warnt vor humanitärer Katastrophe in Gaza
Philippe Lazzarini, der Generalkommissar des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), hat in einer schriftlichen Erklärung die verheerenden Auswirkungen der israelischen Angriffe auf Gaza hervorgehoben. Er betont, dass seit Beginn der Angriffe 100 Tage vergangen sind und die Palästinenser einer der größten Vertreibungen seit 1948 ausgesetzt sind.
Lazzarini macht darauf aufmerksam, dass die meisten Menschen in Gaza, insbesondere Kinder, ein Leben lang die physischen und psychischen Wunden der Angriffe tragen werden. Darüber hinaus haben 1,4 Millionen Menschen in UNRWA-Unterkünften Zuflucht gesucht und leben unter unmenschlichen Bedingungen.
Er unterstreicht, dass die Krise in Gaza eine vom Menschen verursachte Katastrophe ist, bei der Nahrungsmittel, Wasser und Treibstoff als Kriegsinstrumente eingesetzt werden. Zahlreiche Hindernisse erschweren zudem die sichere und geordnete Verteilung der Hilfe, darunter umständliche Verfahren für den Eingang der Hilfe.
Lazzarini erklärt, dass das humanitäre Völkerrecht verletzt wurde und erinnert daran, dass in den letzten drei Monaten auch Krankenhäuser, UNRWA-Unterkünfte, Pressemitarbeiter, Zivilisten und zivile Infrastruktureinrichtungen in Gaza getroffen wurden.
Für die Menschen in Gaza haben sich die letzten 100 Tage wie 100 Jahre angefühlt, so Lazzarini. Es ist an der Zeit, das menschliche Leben wieder wertzuschätzen. Humanitäre Hilfe allein wird nicht ausreichen, um die drohende Hungersnot zu stoppen. Auch der Fluss kommerzieller Güter muss zugelassen werden.
Die Situation in Gaza ist zu einem der komplexesten und herausforderndsten Einsatzgebiete der Welt geworden, betont Lazzarini. Es ist dringend notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, um das Leid der Menschen in Gaza zu lindern und die Würde und das Leben der Zivilbevölkerung zu schützen.



